Lappland Winter Kleidung: Was wir bei -25°C in Äkäslompolo wirklich gebraucht haben
- Anna & Tom

- Oct 7, 2024
- 5 min read
Updated: Mar 15
Vorweg: Lappland im Winter ist eine andere Liga.
Wir haben das in Äkäslompolo am eigenen Leib erfahren. Nachts draußen auf Polarlichter warten bei unter -25°C, am frühen Morgen auf dem Husky-Schlitten mit vollem Fahrtwind, abends Schneemobil fahren und Wanderungen durch den verschneiten Wald. Das klingt nach Abenteuer – und war es auch. Aber nur, weil wir (größtenteils) richtig angezogen waren.
In diesem Artikel zeigen wir dir, was wir wirklich gebraucht haben, was wir vermisst haben – und was man sich getrost sparen kann.
Wer in Lappland friert, hat meistens einen Fehler bei der Vorbereitung gemacht – nicht beim Wetter. Alle weiteren Tipps für eine gut geplante Lappland Reise im Winter findest du in unserem Reiseführer.

Inhaltsverzeichnis
1. Das Zwiebelprinzip – wie es in der Praxis wirklich funktioniert
Das Zwiebelprinzip – in Lappland ist das kein Klischee.
Das klingt simpel, und im Prinzip ist es das auch. Aber der Teufel steckt im Detail. In Lappland wechselt der Temperaturbedarf ständig. Drinnen im Café ist es warm – da will man am liebsten alles ausziehen. Auf dem Rentierschlitten oder Schneemobil mit Fahrtwind bei -20°C ist man eine Viertelstunde später froh über jede einzelne Schicht. Das heißt: Die Kleidung muss schnell an- und ausziehbar sein. Enge Rollkrägen oder komplizierte Verschlüsse nerven hier wirklich.
So haben wir es aufgebaut:
Schicht 1: Thermounterwäsche
Die Basis. Klingt unspektakulär, macht aber den größten Unterschied. Wir hatten je zwei Sets dabei – das war für eine Woche genau richtig. Wichtig: wirklich warme Thermounterwäsche kaufen, kein dünnes Sportzeug. Das sieht ähnlich aus, ist es aber nicht. Die Thermounterwäsche Damen* und Thermounterwäsche Herren* können wir empfehlen.
Schicht 2: Fleece oder Wolle
Tom schwört auf Fleece, Anna auf Merinowolle – beides funktioniert gut. Beide Materialien speichern Wärme und lassen Feuchtigkeit durch. Das ist wichtig, weil man bei Wanderungen doch ins Schwitzen gerät. Baumwolle würde hier kalt und nass werden – schlechte Kombination bei -20°C. Diese Fleecepullover Damen*/Fleecepullover Herren* haben sich für uns bewährt.
Schicht 3: Winterjacke
Auf dem Husky-Schlitten oder Rentierschlitten sitzt man still und genießt – man macht keinen Sport. Und genau da merkt man den Fahrtwind. Eine gut gefütterte, wind- und wasserdichte Jacke mit Kapuze ist hier keine Option, sondern Pflicht. Unsere haben den gesamten Trip ohne Probleme mitgemacht (Winterjacke Damen*/Winterjacke Herren*).
Die Hose: Thermohose und Schneehose
Eine Thermohose als Zwischenschicht, eine Schneehose obendrüber. Die Schneehose bekommt ihr bei den meisten geführten Aktivitäten – Huskyschlittenfahrt, Rentierschlitten, Schneemobil – direkt vom Anbieter als Leihausrüstung gestellt. Die eigene Thermohose darunter solltet ihr trotzdem mitbringen. Geliehene Einheitsgrößen sitzen nie so gut. (Thermounterwäsche Damen* / Thermounterwäsche Herren*)

2. Hände, Füße und Kopf: Hier friert man als erstes
Rumpf warm? Gut. Aber das reicht nicht. Beim nächtlichen Warten auf die Polarlichter haben wir gelernt: Wenn man lange stillsteht, werden Zehen und Finger kalt – egal wie gut der Rest angezogen ist. Ab dem zweiten Abend haben wir das Problem gelöst.
Füße: Zwei Lagen Socken – und die richtige Schuhgröße
Wir haben zwei Paar Socken übereinandergetragen: warme Wandersocken* als erste Lage, dicke Wollsocken* obendrüber. Das hat einen deutlichen Unterschied gemacht. Wichtig: Die Stiefel müssen groß genug sein. Zu enge Schuhe schnüren die Durchblutung ab – und dann wird es erst recht kalt. Am besten eine Nummer größer kaufen als sonst.
Unsere Empfehlung: Winterschuhe für Damen* / Winterschuhe für Herren*
Hände: Fäustlinge – aber die richtigen
Fingerhandschuhe sehen praktischer aus, sind aber die falsche Wahl. Fäustlinge halten deutlich wärmer, weil die Finger sich gegenseitig aufwärmen. Das ist schlicht Physik.
Wir fotografieren viel – und mit geschlossenen Fäustlingen ist das umständlich. Unsere Lösung: Fäustlinge mit abnehmbarer Fingerkappe*. Der Außenhandschuh lässt sich schnell zurückklappen, man greift zur Kamera, macht das Foto – und packt die Hand danach sofort wieder ein. Das ist für uns die beste Lösung und die, die wir jedem empfehlen würden, der mit Kamera oder Smartphone unterwegs ist. Ansonsten können wir dir diese Fäustlinge* empfehlen.
Kopf: Sturmhaube, nicht nur Mütze
Eine normale Mütze lässt Stirn, Wangen und Kinn frei. Bei Wind und -20°C ist das auf Dauer unangenehm. Auf dem Schneemobil oder dem Rentierschlitten bekommt man das direkt zu spüren. Eine Sturmhaube* bedeckt alles, was eine Mütze freilässt. Wir haben sie bei fast jeder Outdoor-Aktivität getragen und würden sie nie weglassen.

3. Das eine Gadget, das wir vermisst haben
Beim Warten auf die Polarlichter standen wir eine Weile im Schnee – Oberkörper warm, alles gut. Aber die Füße wurden nach einiger Zeit kalt, trotz zwei Lagen Socken. Andere Reisende in unserer Gruppe hatten beheizbare Schuhsohlen* dabei und hatten dieses Problem schlicht nicht.
Beim nächsten Lappland-Trip kommen die bei uns als erstes in den Koffer. Wer weiß, dass er abends länger draußen steht, sollte die wirklich mitnehmen.
Handwärmer: klein, günstig, sehr effektiv
Einfach in die Jackentasche stecken – fertig. Wir hatten Thermopad Handwärmer* dabei, die gut funktioniert haben. Es gibt sowohl Einweg- als auch wiederverwendbare Modelle.
Kälteschutzcreme: nicht die normale Gesichtscreme nehmen
Das wussten wir vorher nicht: Normale Gesichtscremes enthalten Wasser, und Wasser gefriert. Bei sehr tiefen Temperaturen kann das der Haut mehr schaden als nützen. Kälteschutzcreme* ohne Wasseranteil schützt wirklich. Für längere Outdoor-Aktivitäten empfehlen wir das.
4. Weitere Dinge, die uns aufgefallen sind
Kontaktlinsen statt Brille: Deine Brille kann in der Kälte schnell beschlagen und die Gläser können sogar anfrieren, das ist lästig, besonders wenn man fotografiert. Kontaktlinsen sind in Lappland die bessere Wahl. Wer keine trägt, sollte zumindest ein Mikrofasertuch dabei haben.
Kamera-Akkus warm halten: Kälte entlädt Akkus schnell. Ersatzakkus in der Innentasche der Jacke aufbewahren, nicht in der Kameratasche. Das gilt für Smartphones genauso.
Nicht ins Schwitzen kommen: Feuchte Kleidung kühlt schnell aus. Bei aktiven Touren wie Schneeschuhwandern lieber eine Schicht weniger anziehen und die Pause zum Nachziehen nutzen. Auf Huskyschlittenfahrten sitzt man sowieso still.
Leihausrüstung beim Anbieter: Für Huskyschlittenfahrten, Rentierschlitten und Schneemobiltouren stellen die meisten Anbieter vor Ort Schneeoveralls. Beim Buchen kurz nachfragen – das spart Gepäck.
5. FAQ: Die häufigsten Fragen zu Kleidung in Lappland im Winter
Folgende Fragen stellen sich die meisten, während ihrer Reiseplanung für Finnisch Lappland:
Was zieht man in Lappland im Winter an?
Das Zwiebelprinzip: Thermounterwäsche als Basisschicht, Fleece oder Wolle als Mittelschicht, wind- und wasserdichte Winterjacke als Außenschicht. Dazu isolierte Winterstiefel (eine Nummer größer für dicke Socken), Fäustlinge statt Fingerhandschuhe und eine Sturmhaube, die Gesicht und Hals bedeckt.
Wie kalt wird es in Lappland im Winter?
In Nordfinnland sind Temperaturen zwischen -15°C und -25°C im Winter normal. In manchen Jahren sinkt das Thermometer auch auf -30°C. Wer auf der sicheren Seite sein will, plant mit mindestens -20°C.
Braucht man in Lappland spezielle Winterstiefel?
Ja. Die Stiefel sollten gefüttert sein, eine dicke isolierende Sohle haben und wasserdicht sein. Eine Nummer größer als sonst kaufen, damit zwei Paar dicke Socken hineinpassen – das ist kein Luxus, das ist notwendig.
Welche Handschuhe sind für Lappland am besten?
Fäustlinge, keine Fingerhandschuhe. Für alle, die fotografieren: Fäustlinge mit abnehmbarer Fingerkappe. Damit lässt sich die Kamera bedienen, ohne die Hand komplett freizulegen.
Welche Kleidung stellen Tourenanbieter vor Ort?
Die meisten Anbieter für Huskyschlittenfahrten, Rentierschlitten und Schneemobiltouren stellen Schneeoveralls und oft auch Stiefel. Am besten beim Buchen direkt nachfragen.
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